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Qualcomm ist deutlich mehr wert – Broadcom will den Konkurrenten für 130 Milliarden Dollar übernehmen

November 8, 2017

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Qualcomm ist deutlich mehr wert – Broadcom will den Konkurrenten für 130 Milliarden Dollar übernehmen

70 Dollar pro Qualcomm-Aktie und rund 25 Milliarden als Schuldendeckung: soviel ist Broadcom bereit zu zahlen, um den Konkurrenten gegen seinen Willen zu erwerben. Medien sprechen über die Möglichkeit einer bisher teuersten Firmenübernahme in dem Tech-Sektor. Qualcomm reagiert ablehnend.

 

Broadcom könnte drittgrößter Chip-Anbieter werden

 

Das Chip-Unternehmen Qualcomm entwickelt in der ersten Linie Technologien für drahtlose Kommunikation für Mobilfunkgeräte, wie Smartphone oder Tablet-Computer. Das US-Unternehmen verdient  außerdem einen großen Anteil seines Gewinnes mit Patentlizenzen. Das Unternehmen hat derzeit über 25.000 lebende Patentfamilien. Broadcom ist auf der Herstellung von WLAN- und Bluetooth-Chips spezialisiert. Durch die Fusion könnte nach Intel und Samsung  der drittgrößte Chip-Anbieter der Welt entstehen.

 

Günstiger Zeitpunkt ausgesucht – preiswerte Aktien durch den Patentstreit mit Apple

 

Der Halbleiterkonzern Broadcom wählt vermutlich bewusst einen kritischen Zeitpunkt – monatelanger Streit mit Apple hat den Aktienkurs des Chip-Herstellers negativ beeinflusst. Die Stimmung zwischen den streitenden Unternehmen wurde immer düster. Nachdem Apple angekündigt hat, die zukünftigen Smartphone-Modelle ohne Qualcomm-chips produzieren zu wollen, ist der Aktienkurz nach unten gesprungen und liegt im Moment wesentlich unter seinem durchschnittlichen Niveau.

 

Anscheinend lässt sich Broadcom durch die negative Entwicklung des Aktienkurses nicht täuschen und erkennt die Stärken des innovationsorientierten Unternehmens. Ein Hinblick auf das Patentportfolio des Unternehmens und auf die Profitabilität seiner Research & Development Ausgaben macht die Aussage möglich – Qualcomm ist ein Unikat, wenn es um Innovation geht.

 

Qualcomm-Profil: Top-Patentportfolio und hervorragende R&D- Profitabilität

 

Die Ereignisse sind Anlass, die Diversifikation und die Patentportfolioentwicklung der Unternehmen zu vergleichen. Wie in den Grafiken zu sehen ist, sind die Verteilungen der Patentportfolios der beiden Unternehmen sehr ähnlich. Die zwei größten IPC-Klassen beider Chip Hersteller sind H04  (Elektrische Nachrichtentechnik) und G06 (Datenverarbeitung; Rechnen; Zählen).

 

 

 

 

Geht man eine Ebene tiefer, fallen die signifikantesten Unterschiede auf: Qualcomms größter Technologiebereich ist die H04W (Drahtlose Kommunikationsnetze) – auf diesen entfallen etwa ein Drittel des Gesamtportfoliowertes mit 9,8 Mrd Euro, bei Broadcom ist der Bereich vergleichsweise klein mit 462 Mio Euro, vielleicht einer der Gründe, warum Qualcomm so ein interessanter Kandidat ist - Patente zum zukunftsträchtigen neuen breitbandigen 5G Standard finden sich auch in dieser Klasse.

 

 

 

 

 

Wenn man den Patentportfoliowert insgesamt betrachtet, fällt ein enormer Unterschied zwischen den Konkurrenten auf: Im März 2017 ist der Patentportfoliowert des US-Unternehmens Qualcomm sieben Mal größer, als der von Broadcom. Die Tendenz von Qualcomm ist eindrucksvoll kontinuierlich steigend: der Patentportfoliowert hat sich innerhalb der letzten 6,5 Jahren verfünffacht.

 

 

 

 

 

Dabei fällt auf, dass der enorme Wertzuwachs nicht nur der steigenden Anzahl an Patentanmeldungen geschuldet ist, sondern auch einer steigenden Patentqualität, was der steigende durchschnittliche Patentfamilienwert belegt.

 

 

 

 

FuE Effizienz von Qualcomm

Betrachtet man die FuE Budgets von Qualcomm, dann sind diese zwar mit 5,5 Mrd USD enorm und mehr als doppelt so hoch wie bei Broadcom (2,2 Mrd USD), liegen aber nur wenig über dem Branchendurchschnitt der Top 500 Unternehmen (3,5 Mrd USD) – größter Konkurrent Intel spendiert der Forschung und Entwicklung beispielsweise über 12,3 Mrd. USD (Zahlen von 2015).

 

 

 

 

 

Vergleicht man diese Zahl allerdings mit der Zunahme von Patentwerten im darauffolgenden Jahr (als Indikator für die direkten Auswirkungen/Effekte der FuE Ausgaben), dann schneidet Qualcomm deutlich besser ab als Broadcom oder gar als der Branchenriese Intel.

 

 

 

 

 

Hier wird deutlich, dass Qualcomm offenbar vieles richtig macht: Die FuE Ausgaben haben sich in Form von Patentwerten vervierfacht, damit führt Qualcomm die Liste der Chiphersteller mit deutlichem Abstand an – das bedeutet, dass hier offenbar die besseren Ideen in den attraktiveren Märkten entstehen. Damit sind die Ambitionen von Broadcom mit der Übernahme von Qualcomm zum drittgrößten Chiphersteller aufzusteigen klar: es soll auch ein deutlicher Technologieauftrieb erfolgen zudem der Lizenzgebührenstreit mit Apple, den Aktienkurs zuletzt belastet haben.

 

In Qualcomms Bilanz 2016 sind insgesamt 8,2 Mrd Euro an Intangible Fixed Assets sichtbar –das Patentportfolio im gleichen Jahr ist aber über 25 Mrd. Euro wert – das Unternehmen ist demnach deutlich mehr wert, als es die Anleger vermuten können – Broadcom hingegen scheint das klar zu sein.

 

Datenquelle der Analyse: IP Business Information B.V.

 

 

 

 

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